Was hat unser Essen mit Welternährung zu tun?

Wir hatten ein wundervolles Regiofest. Es war ein superschöner Tag bei strahlendem Sonnenschein, den Ihr mit einer ganz besonderen Athmosphäre gefüllt habt. Vom Gottesdienst über die Vorträge bis zum Essen, Kaffeetrinken, Spielen, Basteln und Klönen auf der Wiese gab es viele Begegnungen und gute Anregungen, wie wir mit unserem (Einkaufs-) Verhalten Einfluss nehmen können. Wir sind ermutigt, dass wir alle doch etwas tun und etwas bewirken können, auch wenn wir mit kleinen Schritten anfangen. Danke für alle Ideen, guten Gedanken und Inspirationen an diesem Tag.

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Eindrücke vom Regio-Fest der Biohöfe

zum 60. Geburtstag von Brot für die Welt unter dem Motto:

Was hat unser Essen mit der Welternährung zu tun?

  

Veranstalter: Bio-von-hier-Netzwerk, Brot für die Welt, Kirchenkreis Schleswig-Flensburg

Ansprechpartner für das Bio-von-hier-Netzwerk:
Sönke Thiesen, Biohof Spannbrück 2, 24409 Stoltebüll-Gulde,
T: 04642-2949, www.biohof-spannbrueck.de

Es folgt der Artikel mit vielen Fotos vom gemeinsamen Fest der Biohöfe des Bio-vonhier-Netzwerks:

Was hat unser Essen mit Welternährung zu tun?

von Sönke Thiesen und Ute Hörcher (Biohof Spannbrück)

Was können wir tun, um den Regenwald zu schützen, kurze Transportwege zu ermöglichen, Energie zu sparen und den Menschen überall auf der Welt gutes Essen zu ermöglichen?
Von diesen Fragen sind wir ausgegangen, als wir das informative Fest zum Thema Welternährung am 2. Juni 2019 auf dem Biohof Spannbrück geplant haben.
Es gibt viele Projekte in unserem Kreis, die Lösungsansätze bieten. Diese Projekte zum Thema Ernährung wollten wir präsentieren und damit einen Handlungsimpuls setzen, zeigen, dass jeder und jede eben doch etwas tun und etwas bewegen kann.

Aber von vorn: Brot für die Welt ist in diesem Jahr 60 Jahre geworden. Auch der Kirchenkreis Sl-Fl hat zu diesem Geburtstag verschiedene Aktionen geplant und Diakon Detlef Flüh hat angefragt, ob wir eine Veranstaltung auf dem Biohof Spannbrück machen wollen.
So haben wir als Bio-vonhier-Netzwerk der regionalen Biohöfe gemeinsam mit Brot für die Welt, dem Kirchenkreis Sl-Fl und der Gemeinde Toestrup ein informatives Hoffest auf dem Biohof Spannbrück gefeiert.

Zum Fest gehörten 3 große Teile:
1. Beginn mit einem Gottesdienst
2. Vorträge mit Fachreferenten von Brot für die Welt und Misereor
3. Hoffest mit Biohöfen aus dem Bio-vonhier-Netzwerk, Aktionen, Spielen, Essen, etc.

Am Anfang stand der Gottesdienst, den die Pastorinnen Bettina Sender und Susanne Thiesen mit Propst Helgo Jacobs und musikalischer Begleitung von Claudia Buttgereit gehalten haben.
Wir waren begeistert, dass sich gut 100 Gäste zum Gottesdienst in der Maschinenhalle eingefunden hatten. Sich zu engagieren kann viele Gründe haben. Unser Grund liegt im Glauben an Gott, an die Liebe und den Zusammenhang zwischen allem. Auch das gemeinsame Singen mit Claudia Buttgereit und der großen Gruppe in der Halle war ein ganz besonderes Erlebnis.

Im Anschluss an den Gottesdienst folgten Vorträge von Stig Tanzmann von Brot für die Welt (Berlin) und Markus Wolter von Misereor (Aachen). Die Referenten wurden begrüßt von Dr. Dietmar Fahnert vom Landesministerium (MELUND).
Die Vorträge waren trotz des guten Wetters und des verlockenden Angebots an Bio-Lebensmitteln sehr gut besucht:
Dietmar Fahnert berichtete von den Anstrengungen des Ministeriums, die nachhaltige Entwicklung in Schleswig-Holstein zu fördern. Die Landesregierung arbeitet intensiv an einem Nachhaltigkeitskonzept. Dr. Fahnert rief dazu auf, die Regierung mit „Druck von unten“ beim Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben.

Die Referenten Stig Tanzmann von Brot für die Welt und Markus Wolter von Misereor haben uns die Zusammenhänge zwischen unserem Essen bzw. unserem Einkaufsverhalten und der Welternährung deutlich vor Augen geführt. Die Abholzung der Regenwälder fördert Klimawandel, verringert den Artenreichtum und trägt dazu bei, dass die Menschen vor Ort sich einseitiger ernähren und von Hunger oder Fehlernährung betroffen sind.
Über 800 Mio Menschen hungern weltweit und 2 Mrd Menschen sind von „stillem Hunger“ betroffen. Das Problem ist nicht, dass zu wenig produziert wird. Es ist genug für alle da. Aber ein Drittel der Lebensmittel weltweit wird weggeschmissen. Außerdem wird in den Ländern des Südens eine zu große Fläche mit dem Anbau von Pflanzen für die Industrienationen verbraucht.
In Südamerika beispielsweise wird auf einer riesigen Landfläche Soja angebaut. Mehr als 5 Mio Tonnen Soja werden allein nach Deutschland exportiert und zum großen Teil als Tierfutter (fast 80%) eingesetzt. In ganz Südamerika wird eine Fläche von der Größe Hessens mit Soja allein für den Export nach Deutschland verbraucht. Diese Fläche steht für den Lebensmittelanbau für die Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung.
Auch für die Palmöl-Produktion wird in den Ländern des Südens viel Fläche verbraucht. Weltweit wurden auf 17 Mio Hektar Palmen zur Ölproduktion angebaut. Immer noch wird hierfür täglich artenreicher Regenwald gerodet. Eine Katastrophe für die Artenvielfalt und das Klima. Und zu bedenken ist dabei: In jedem 2. Produkt in unseren Supermärkten ist Palmöl enthalten!

Weitere Fotos unter Fotos vom Regio-Fest

Die Möglichkeiten zum Handeln sind jedoch da: Markus Wolter empfahl den Einkauf von Bio-, fair gehandelten und möglichst regionalen Produkten als Schritt in die richtige Richtung.
Die 3 Thesen am Ende seines Vortrags konnten viele Zuhörer nicht mehr aus dem Kopf bekommen:
1. Die Zeit der billigen Lebensmittel ist bald vorbei
2. Wir ernähren uns in Zukunft biologisch.
3. Wir haben über 100 Jahre gebraucht, um Pestizide flächendeckend einzuführen, wir werden 20 Jahre brauchen, um wieder auszusteigen.

Damit leitete er über zum dritten Teil des Festes. Die Gäste konnten Bio-Lebensmittel aus der Region probieren und die Vielfalt des regionalen Bio-Angebotes kennenlernen.
Am Brottresen haben die Besucherinnen und Besucher mit großer Begeisterung Scheiben von 10 verschiedenen Brotsorten aus der Hofbäckerei Löstrup ausgesucht und mit Schafkäse vom Hof Ahmen, Honig aus der Bio-Imkerei Schindelhauer, Käse vom Hof Neuheim in Kappeln, Marmelade vom Landgasthaus Bönstrup bzw. Leah`s Snoopkram aus Goltoft und Wurst und Schinken von Biofleisch Andresen, vom Elisabethheim und vom Hofladen in Löstrup belegen lassen. Dazu gab es Bio-Apfelsaft und Bio-Wein (Apfelschiff aus Hollingstedt), Bio-Kaffee und Obstsäfte und selbst gebackene Kuchen von vielen Nachbarn und Freunden.
Die Biohöfe aus dem Bio-vonhier-Netzwerk haben die Vielfalt der regionalen Bio-Lebensmittel an eigenen Info- und Verkaufsständen präsentiert (Rosmarinkartoffeln vom Elisabethheim, Gemüse-Wraps vom Gärtnerhof Wanderup, Kräuter und Blumen vom Freudenhof und (Grill)-Wurst von Biofleisch Andresen mit dem BioBauerngrill).
So konnten die Gäste nicht nur probieren, sondern auch sehen:
Es ist für jeden ganz leicht, an regionale Bio-Lebensmittel zu gelangen. Neben der Möglichkeit, bei den beiden Lieferdiensten Lebendiges Land und Goethebyokiste einzukaufen, gibt es regionale Bioprodukte auf den Wochenmärkten, in den Bioläden und natürlich auf den Biohöfen direkt.
Wer nicht auf verschiedene Biohöfe fahren will, um an die gesamte regionale Bio-Produktpalette zu kommen, hat die besondere Möglichkeit, im Internet über das gemeinsame Bestellformular des Bio-vonhier-Netzwerkes zu bestellen und die Bioware dann auf einem Biobetrieb in der Nähe abzuholen.

Der Tag war viel zu kurz, um all die spannenden Aktionen wie Führungen durch die Bio-Imkerei, vogelkundliche und Feld-Führung, Erstellung des eigenen ökologischen Fußabdrucks, Infos zur öko-fairen Gemeinde, Pfannkuchen backen mit den Pfadfindern aus Sterup, Backaktion vom Korn zum Brot mit der Löstruper Hofbäckerei, Einkauf am Fair-Trade-Stand u.v.m. alle wahrzunehmen.
Bei dieser großen Vielfalt war aber für jeden etwas dabei und auch das Kaffeetrinken und Kuchenessen in der Sonne auf der Hofwiese haben Viele sehr genossen.
Uns als Veranstaltern vom Biohof Spannbrück bleibt nur zu sagen:
Ein herzliches Dankeschön an die Bio-Kollegen, die mit ihren supertollen Erzeugnissen zum Fest gekommen sind und natürlich an all die vielen Helferinnen und Helfer, die so leckeren Kuchen gespendet haben und vom Backen über Abwaschen, Auf- und Abbauen, bei der Werbung helfen, Planen und Organisieren dieses Fest erst ermöglicht haben!!!